Archiv für den Monat: August 2016

Bricking – Was Hersteller erfreut und Kunden verärgert

Die Digitalisierung bringt so einige Neuerungen in unser Leben – und das sind nicht nur positive. Diese unschöne Erfahrung musste nun auch ein Texaner machen, nachdem sein Smart-Home-Hub plötzlich und völlig unerwartet den Dienst quittierte. Was es damit auf sich hat, lest ihr in meinem heutigen Post.

Für die, die nicht wissen, was ein Smart-Home-Hub ist: Dabei handelt es sich um Kontrolleinheiten, die man auch als „vernetztes Haus“ bezeichnet. Mit ihnen lassen sich viele Dinge rund um das Haus einfach aus der Ferne steuern. Ob das nun die Heizung, die Rollläden oder der Rasensprinkler ist, ist dabei vollkommen egal.

Arlo Gilbert ist auch mehr oder weniger stolzer Besitzer eines solchen Produkts. Der US-Amerikaner hatte rund 300 Dollar für ein System des Startups „Revolv“ auf den Tisch gelegt. Doch diese Entscheidung bereut er jetzt, denn der Hersteller hat sein System einfach vollkommen eigenmächtig abgeschaltet. Der als „Bricking“ bezeichnete Vorgang hat sich mittlerweile etabliert, da das Gerät quasi über Nacht wortwörtlich zum Ziegelstein wird.

Doch warum das Ganze? Ganz einfach: Im digitalen Zeitalter herrscht die Unverbindlichkeit. Das heißt, dass der Hersteller einfach schnell ein neues Gerät auf den Markt wirft, ohne den Support für das Vorgängermodell fortzusetzen. Doch ohne Support und funktionstüchtige Software kann man mit den ultramodernen Geräten nun einmal nichts mehr anfangen, sie funktionieren schlichtweg nicht mehr. Die Folge: Der Kunde muss sich ein neues Gerät zulegen. Gut für den Hersteller, schlecht für den Kunden.

Gerade technikaffine User, die ständig die neusten Technik-Highlights kaufen sind besonders gefährdet. Denn Startups gehen entweder recht schnell den Bach runter und mit ihnen ihre Produkte oder aber sie können sich durchsetzen und werden verkauft, in diesem Fall wird die vorhandene Produktpalette aber auch recht schnell aufgeräumt. Das macht es unheimlich schwierig für den Konsumenten, zu erkennen, ob sich der Kauf eines Produkts auch tatsächlich lohnt oder ob er am Ende mit einem „Ziegelstein“ da steht.