Archiv für den Monat: Juni 2016

Wikipedia in Buchform – Über 3000 Bände greifbares Wissen

Vielleicht kennt ihr sie noch, die Brockhaus Enzyklopädie. In Zeiten von Wikipedia und kostenlosem Wissen, das über das Internet jederzeit verfügbar ist, trifft man sie noch hier und da in verstaubten Wohnzimmerregalen und muffigen Büroaktenschränken an.

In Zeiten des Internets ist es einfach bequemer mal eben einen Begriff oder eine Frage in die Google-Suchleiste auf dem Smartphone oder Tablet zu tippen, als minutenlang ein mehrere hundert Seiten langes Buch durchzublättern. Jegliches Wissen ist längst digitalisiert und steht zum schnellen Ausdrucken bereit. Allein in der größten Online-Enzyklopädie Wikipedia haben sich mittlerweile 39,5 Millionen Artikel geballtes Wissen angehäuft, das sind mehr Artikel als Polen Einwohner hat. Doch warum den Spieß nicht einfach mal umdrehen und aus digital analog machen? – Das dachte sich zumindest der US-Amerikaner Michael Mandiberg. Der Künstler ist seit 2009 selbst Autor der „Mitmach-Enzyklopädie“, wobei ihn die Frage packte, was für einen Umfang sie überhaupt hat. Da sich unter kryptischen Gigabyte-Angaben kaum jemand etwas vorstellen kann, beschloss er das gesamte englischsprachige Wikipedia in einem Projekt zu visualisieren – und zwar in Buchform. Nachdem er alle Artikel ausgedruckt und gebunden hatte, stand Mandiberg vor unglaublichen 7.600 Bänden voller Menschheitswissen! Das entspricht ca. drei hohen Altbauwänden voller Bücher.

Eine US-amerikanische Universität bietet alle Bände in Ihrer Bibliothek an, was sicherlich ganz praktisch für Studenten ist, die die einzelnen Artikel akribisch durchforsten. Nervig ist allerdings, dass die Bücher bereits jetzt schon wieder veraltet sind. Außerdem ist die Wikipedia-typische Hyperlink-Struktur nicht vorhanden, was einen des Öfteren zum Blättern veranlasst.

Mandiberg geht es allerdings auch nicht darum, ob das ganze nun praktisch ist oder nicht. Sein Projekt soll nur auf Differenzen zwischen digitalen und analogen Wissen aufmerksam machen, was ihm denke ich mehr als gut gelungen ist!

Hier nochmal ein Video zur Veranschaulichung, allerdings digital und nicht als VHS 😉